Anders als ich vor hatte, hab ich die Fähre(n) sausen lassen. Mir war nach Ruhe und Kaffee und so einfachen Dinge.
Daher den Tag mit ein bisschen Zug durch ein Kaufhaus begonnen. Wusstet Ihr, dass es verschiedene Stäbchenlängen gibt? Nie drüber nachgedacht, in der Stäbchen-Abteilung hing extra eine Anleitung zur korrekten Messung der idealen Größe der eigenen Stäbchen: Handlänge + irgendwas, gespreizte Daumen und Zeigefinger + irgendwas anderes. Hab‘s nicht geknippst, braucht also nicht loslaufen und direkt neue kaufen!
Das erste Café war zu voll, das nächste genau richtig gefüllt und in der Lobby eines Hotels gelegen, das Blue Books Café. Neben dem Kaffee konnte man auch gebrauchte Bücher kaufen… es gab eins mit der Geschichte des Lebens, wunderschön illustriert und (wer vorgestern mitgelesen hat) alles in Hiragana bzw. einfachen Kanji. Kaufen wollte ich es wieder in dem kleinen Antiquariat, das mehr Bücherstapel als leeren Luftraum hatte – nur war es leider geschlossen 😔
Blieb noch der Rest des Tages (viel Rest…) und die Überlegung, Strand oder Burg? Ne, keine Strandburg, ich hol mir doch so schnell nen Sonnenbrand, daher viel auch der Strand als Option weg. Also zur Burg, natürlich stilecht mit der Monorail.
An der passenden Haltestelle angekommen war der Weg bis zum Gelände (großes hügeliges, bewachsenen, nicht einsehbares Gelände) einfach – aber ab dem Tor gab es schöne japanische Texte, sonst nix. Die Kartenapps boten auch keinen Vorteil also freundlich lächelnd hinter die japanischen Touristen geklemmt.
Die hatten auch keinen Plan, unser kleiner Trupp hat es dann doch irgendwie bis zum Eingangstor geschafft. Die Burg selbst war die des Königs von Ryukyu, das Inselreich welches jetzt weitestgehend der Präfektur Okinawa entspricht. Das wiederum hatte damals noch keine feste Zuhehörigkeit zu Japan, das wechselte wohl zwischen den Großmächten hin und her, also China und Japan – zum nahen Korea muss ich gestehen, dass ich das im Podcast seinerzeit wohl überhört habe.
In 2019 hat dann der Burg ein verheerendes Feuer ziemlich zugesetzt, ähnlich wie die „Battle of Okinawa“ war der Grad der Zerstörung immens. Daher steht jetzt immer mal wieder ein schicker Baukran auf dem Weg zum perfekten Bild im Weg. Das Titelbild ist übrigens ein Marker, der die alten Steine der Grundmauern von den neu aufgesetzten unterscheidet. Was man wohl gemacht hat, damit man die ganze Pracht der imposanten Anlage erkennen kann.
Die chinesisch aussehenden Drachenstatuen sind tatsächlich aus China mitgebracht (siehe „Geschichte“ oben). Und beeindruckend ist, wie diffizil der Wiederaufbau des Hauptgebäudes ist und dass nicht nur Techniken aus den entsprechenden Jahrhunderten reichen die Burg wieder erstrahlen zu lassen, siehe das Bild mit dem Stahlbeton.
Auf dem Weg raus höre ich dann zwei Deutsche sagen, „das ist ja sagenhaft schlecht ausgeschildert hier ☠️🤬“… bin also nicht der einzige Doofe.
Zurück wurde es aber auch nicht wirklich besser, ich wollte keine gefühlt 800 Höhenmeter zurück zur Monorail-Station, bin daher in Richtung Bus los. Der fährt drei mal am Tag (was ich dann an der Bushaltestelle sah). Nach nur 45 Minuten kam er aber und hat mich sehr nah ans Hotel gebracht, wobei die einzige hilfreiche Information auf englisch in dem Bus war, „erst aufstehen wenn der Bus die Türen öffnet!“




















Gerade gab es an der Bar (Ihr wisst, die abendlichen nama bi-ru) eine Vorführung in Messerschleifen, es wurde niemand verletzt!




